Paramente und Reliquiare

Im langen, korridorartigen Raum präsentieren eine großflächige Vitrine und mehrere kleinere Schaukästen wertvolle Textilien und Reliquienfasssungen unterschiedlichster Art. Paramente umfassen sämtliche Textilien, die die Kirche im Vollzug der Liturgie gebraucht. Das Diözesanmuseum stellt aber nicht nur 500 Jahre alte Stickereien aus Gold- und Silberfäden aus, die priesterliche Gewänder zierten, sondern auch Dalmatiken des Expressionismus oder Kaseln mit Formen des Art Décos. Die Vielfalt und Schönheit dieser Textilien, die sich in der Tradition der Kirche entwickelten und nicht selten auch säkulare Moden der Zeit beeinflussten, lässt sich anhand verschiedenartiger Exponate nachvollziehen, darunter auch Mitren, Pontifikalpantoffeln, Versehtaschen, ein Taufkleid sowie Gewänder des 18. Jh. im chinesischen Stil.

Aber in diesem Sammlungsbereich befinden sich auch filigran gearbeitete Antependien, wie beispielsweise das Kölner Gewebe von 1617, das eine Einhornjagd im Hortus conclusus inszeniert. Das Motiv vom abgeschiedenen Garten, in welchem die Jungfrau umhergeht, ist vom alttestamentlichen Hohelied inspiriert und findet sich häufig in der abendländischen Kunst: "Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, / ein verschlossener Garten, / ein versiegelter Quell."

Wie Irrgärten en miniature wirken die Klosterarbeiten, in denen kunstvoll allerlei Reliquien eingearbeitet sind. Besonders fein gestaltet sind die Wachsbossierungen, die Halbportraits verschiedener Genrefiguren des französischen Rokokos darstellen.

                       Blick in die Dauerausstellung Vitrine mit Reliquiaren