Das Leyensche Haus

Seit 1985 sind der Domschatz und die Bestände des Diözesanmuseums Limburg in einem eigenen Gebäude vereint. Sie werden in dem "Leyenschen Haus" (Domstraße 12) gezeigt. Die Hofanlage aus dem 16.-18. Jahrhundert liegt im ursprünglichen Burgbereich. Sie war Sitz der kurtrierischen Kellerer und geht zurück auf ein Burgmannenhaus. Grabungen innerhalb des Gebäudes erbrachten 1984 Mauerzüge, die man wohl auf die Zeit vor 1200 datieren kann.

Das Gebäudeensemble besteht aus einer Remise mit Tordurchfahrt und dem Hauptgebäude, die zusammen mit der Bruchsteinmauer zur Domstraße einen Hofraum definieren. Die Remise mit ihrem Fachwerkobergeschoss und dem geschwungenen Giebel zur Straßenseite lässt sich in das 17. Jahrhundert datieren. In ihr ist heute neben Wirtschafts- und Sanitärräumen auch eine kleine Wohnung im Obergeschoss untergebracht. Das Hauptgebäude ist inschriftlich auf 1544 datiert. Dabei dürfte es sich um einen grundlegenden Umbau gehandelt haben. Teile des steinernen Erdgeschosses und der Gewölbekeller dürften noch aus dem Spätmittelalter stammen, wie eine urkundliche Erwähnung von 1370 vermuten lässt. Das verschieferte Obergeschoss und das große Mansarddach gehen auf eine Baumaßnahme des 18. Jahrhunderts zurück und geben dem Haus seinen heutigen Charakter. Auch im Inneren finden sich mit einigen Türen und den Stuckdecken im ersten Stockwerk noch Ausstattungsstücke des barocken Umbaus.

Das äußere Erscheinungsbild der Anlage blieb beim Umbau zum Museum weitgehend unverändert, das Innere wurde jedoch mit Rampe und Aufzug barrierefrei umgestaltet. Im Untergeschoß wurde zudem ein Tresorraum für den Domschatz eingebaut. Der Ausstellungsbereich umfasst heute acht Räume auf drei Etagen: Der Domschatz wird im Untergeschoß gezeigt. Die Dauerausstellung ist auf fünf Räume im ersten Stock verteilt. Zusätzlich bietet ein großer Raum im Erdgeschoß Platz für Sonderausstellungen.

                         Das Leyensche Haus von der Domstraße aus betrachtet.