Mariengarten

Der Mariengarten befindet sich der Westspitze der Limburger Nonnenmauer. Das alte Gemäuer, welches den Garten umfängt geht auf die karolingische Burgmauer zurück, die die Burg und den Stiftsbering befestigte. Etwa im Bereich des Teehauses befand sich bis ins 16. Jh. ein Tor, das in die Stadt führte.

In den Jahren 2012/13 wurde der Garten in seiner heutigen Form gestaltet und ist während der Öffnungszeiten des Museums frei zugänglich.

Namensgebend ist die große Marienskulptur der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz-Gerharz, die in der Mittelachse des Gartens angebracht ist.

Auf Anfrage kann der Garten auch im Zuge eines geführten Rundgangs besichtigt werden.

 

Die vier Felder

Während die grobe steinsichtige Mauer den Mariengarten nach außen hin begrenzt, dominieren vier quadratische Felder die innere Fläche des Gartens. Die quadratischen Felder werden durch kreuzförmige Wege gegliedert und können zudem noch im Ganzen umgangen werden. Der Stein dieser Felder ist sorgfältig quaderförmig gearbeitet. Ganz im Gegensatz zu den grauen Steinen sowie dem Mörtel im Gemäuer vermitteln die weißkonturierten und mit einfachem Rasen bepflanzten Felder eine Atmosphäre der Konzentration und Reduktion. Das Spiel mit geometrischen Formen erinnert im Übrigen an die Anordnung der Beete oder Sträucher in Barockgärten, sodass der Mariengarten die Verbindung einer zeitgenössischen Ästhetik der Reduktion mit einem historischen (barocken) Verständnis der Raumteilung realisiert. Es ist lohnenswert darüber nachzudenken, wie sich hier im Garten Kultur und Natur gegenseitig als Formsprache begegnen, der Naturstein des Gemäuers hier, den stark bearbeiteten weißen Stein der Felder dort. Der einfache, relativ homogene Wuchs des Rasens und dann der chaotische Wuchs des Efeus. Die Vierzahl der Felder ergibt sich aus der Zahlensymbolik der christlichen Überlieferung: den vier Himmelsrichtungen, den vier Evangelisten, den vier Paradiesflüssen (die auch im Deckenfresko des Doms dargestellt sind) usf.

 

Gartenhäuschen

Das klassizistische Gartenhäuschen ist ein Überbleibsel der Gärten der Limburger Patrizier und Adelsfamilien im Stiftsbezirk. Im wenig bebauten Stiftsbering befanden sich zahlreiche Gärten, von denen nur noch dieser Mariengarten in seiner ursprünglichen Flächenausdehnung besteht. In dem Gartenhäuschen befindet sich eine Deckenmalerei in Seccotechnik (Trockenmalerei). Vor der Renovierung im Zuge des Baus des Diözesanzentrums wurde das seltene Deckenfresko vor einem unwiederbringlichen Verlust gesichert und erneuert.

 

Brunnen

Vor dem Gartenhäuschen befindet sich ein würfelförmiger Brunnen, der eine lateinische Inschrift trägt, "Der Mund der Weisheit ist ein rauschender Bach." Programmatisch übernimmt der Brunnen dies, indem er einfach überquellt mit Wasser und dieses rauschend über seine Steinen hinabrinnen lässt.

 

Kreuzweg

Es ist bemerkenswert, dass die quadratischen Bronzeplatten, die von der Frankfurter Künstlerin Franziska Lenz Gerhartz geschaffen worden sind, nicht nur die traditionellen 14 Stationen abbilden, sondern auch eine 15. Platte beinhalten. Diese befindet sich am Eingang zum Mariengarten und stellt den Engel Gabriel dar, der den Frauen am Grab die frohe Botschaft der Auferstehung kündet. Während nämlich der Paradiesgarten von Michael verschlossen worden ist, verkündet der Erzengel Gabriel mit der Auferstehung Christi die Befreiung von der Erbsünde. In diesem Sinne treten die Besucher in den neuen Garten ein.

 

Bepflanzung

Ein Garten ist die menschliche Hommage an die göttliche Schöpfung. Aus diesem Grund ist der Garten mit zahlreichen fruchtragenden Bäumen wie z.B. Apfel-, Birnen-, Kirschen- oder Kastanienbäumen. Zudem befinden sich im südöstlichen Teil des Gartens, neben dem Löwenbrunnen, mehrere kleine quadratische Kübel, die mit Lavendel bepflanzt sind.

                               Blick auf die Rasenquadrate des Mariengartens

          Das klassizistische Gartenhäuschen und der Brunnen an der Nonnenmauer

                                       Die Bepflanzung - Beete und Bäume