Objekt des Monats September

Legende, Insignie und Weihe – der Petrusstab aus dem Domschatz in Limburg

 

Der Trierer Petrusstab spielt für die Liturgie der Bischofsweihe in Limburg eine bedeutende Rolle. So kam auch bei der Weihe am vergangenen Sonntag, den 18. September, die altehrwürdige Reliquie wieder in Gebrauch. Derzeit ist der Stab wieder an das Museum am Dom in Trier ausgeliehen, wo er in der Sonderausstellung über Kaiser Nero noch bis zum 16. Oktobergezeigt wird.

Der Legende nach wurden die Geistlichen Eucharius, Valerius und Maternus vom Hl. Petrus zur Missionierung jenseits der Alpen entsendet. Als auf der Reise Maternus einem schlimmen Fieber erlag, kehrten die beiden anderen hilfesuchend nach Rom zurück, erhielten von Petrus seinen Bischofsstab und erweckten Maternus damit wieder zum Leben. Die drei Petrusschüler setzten ihre Reise nach Trier fort und wirkten dort mit dem Stab des hl. Petrus weitere Wunder.

Valerius und Eucharius wurden nacheinander Bischöfe von Trier, Maternus wurde später Bischof von Köln. In der Folgezeit entwickelte sich daher ein Streit zwischen beiden Städten um den Besitz des Petrusstabes. Der Stab gelangte in späterer Zeit über Umwege nach Köln. Man einigte sich pragmatisch, indem man ihn kurzerhand in zwei Stücke zerteilte, von denen man einen nach Trier zurückbrachte. Daher existiert heute ein Trierer und ein Kölner Petrusstab. Für den in Trier aufbewahrten Teil wurde 980 durch Bischof Egbert ein kostbares Reliquiar gefertigt, das die Form des gesamten Stabes nachempfindet. Auf dieser Hülle wird in einer Inschrift die Geschichte des Stabes geschildert, der aufwändig gestaltete Knauf zeigt in Emailbilder die Symbole der vier Evangelisten, Petrus und seine drei Schüler, sowie die Brustbilder der zwölf Apostel. Der Trierer Stab gelangte samt Hülle nach der Säkularisation in den Bestand des damals neu gegründeten Bistums Limburg.

Der Stab wird bei Bischofsweihen in Limburg dem zu Weihenden symbolisch überreicht als Zeichen der Kontinuität des Bischofsamtes in der Tradition des hl. Petrus. Auch wenn in Trier ein neuer Bischof geweiht wird, macht der Stab eine Reise an seinen alten Aufbewahrungsort und wird dort in der Liturgie eingesetzt.


Objekt des Monats Mai

 

Barocker Prozessionsbaldachin aus dem Dom

 

Der Mai ist der Monat der Prozessionen. Vor allem an Fronleichnam kommt ein Prozessionsbaldachin oder Traghimmel zum Einsatz, unter dem der Priester die Monstranz mit dem Allerheiligsten vor sich her trägt.

Im Diözesanmuseum ist ein besonders aufwändig gestaltetes Exemplar seit diesem Jahr Teil der Dauerausstellung. Der gut erhaltene Baldachin aus Brokatstoff wurde 1739 für die Kathedrale St. Petrus in Trier angefertigt. Auf der Vorderseite ist in einem Medaillon Petrus, der Patron der Domkirche und des ehemaligen Erzbistums Trier vor dem Trierer Kreuz zu sehen. Die filigranen Stangenaufsätze aus vergoldetem Messing stammen aus derselben Zeit und zeigen an ihren Seiten Wappen der adligen Stifterfamilien. Darunter befindet sich das Wappen der auch in Limburg ansässigen Familie Walderdorff.

Der Baldachin kam mitsamt der Stangen 1827 nach der Bistumsgründung in den Limburger Dom und kam über vielen Jahre bei Prozessionen zum Einsatz.